Unberechtigte Schelte für das Ordnungsamt
In den letzten Tagen wird vermehrt Kritik am Ordnungsamt geäußert. „Kein Fingerspitzengefühl, kein Augenmaß“ wird den Mitarbeitern vorgeworfen. Doch was sind die Hintergründe hierfür? Bedingt durch Neueinstellungen und Ausbildungszeiten konnten die Ordnungshüter in den zurückliegenden Monaten nur eine verminderte Präsenz auf den Königsteiner Straßen zeigen. Dabei hat sich scheinbar ein gewisser Schlendrian bei manchen Autofahrern eingeschlichen. Nach dem Motto, „wenn ich bei den letzten Malen keine Ermahnung bekommen habe, dann ist es doch bereits Gewohnheitsrecht, wenn ich mich nicht so richtig an die Regeln halte.“
Inzwischen sind die neuen Rathausmitarbeiter fleißig im Einsatz und kommen ihren vielfältigen Aufgaben nach. Daher gehen jetzt plötzlich die täglichen Dauerparker auf den Innenstadtparkplätzen auf die Barrikaden. Wer mehrmals die Woche einen Strafzettel über 5 bis 25 € für ganztägiges Parken ohne Parkschein erhält, weil er die Kurzzeitparkplätze für die Kunden der anliegenden Geschäfte und Arztpraxen blockiert, beschwert sich nun beim Ordnungsamt oder in der Presse über die vermeintliche “Abzocke“.
Hier wird das Ordnungsamt, das für ein ausreichendes Parkplatzangebot durch regelmäßigen Wechsel der Fahrzeuge zu sorgen hat, zum „Buh-Mann“ gemacht. Aber wer begeht denn eigentlich - oftmals bewusst - den Fehler?
Dass die Königsteiner Ordnungspolizisten die nötige Bürgernahe haben, beweist, dass niemand ein Knöllchen erhält, der 10 Minuten verspätet zu seinem Auto zurückgehrt, weil es beim Arzt oder an der Kasse mal etwas länger gedauert hat. Aber auch diese Kulanz muss irgendwo Ihre Grenze haben. Und die meisten Strafzettel werden ohnehin geschrieben, weil erst gar kein Parkticket gezogen wird.
So wurde auch bei der angeblichen „Pietätlosigkeit“ während einer Trauerfeier nicht eine einzige Verwarnung wegen evtl. überzogener Parkzeit oder fehlender Parkplätze verschickt. Die vier Strafzettel im Burgweg betrafen alle das „Parken ohne Parkschein“. Und das Ziehen eines solchen Scheins kann von jedem Parker erwartet werden. Wie auch bei den Rasern muss das Ordnungsamt hier einschreiten.
Das Ordnungsamt kontrolliert aber nicht nur, sondern bemüht sich auch bei vielen Gelegenheiten, den Bürgern ausreichend Parkraum zur Verfügung zu stellen, und so das Falschparken schon im Vorfeld zu vermeiden. Nicht nur bei Großveranstaltungen auf der Burg richtet dieses Amt das bewährte Parkleitsystem ein. Auch bei größeren privaten Veranstaltungen unterstützen die städtischen Mitarbeiter die Veranstalter bei der Parkplatzbereitstellung.
So wurde z. B. am 25. Mai der komplette Rathausvorplatz von den städt. Dienst- und Mitarbeiterfahrzeugen freigehalten und für die Gäste einer großen Trauerfeier in der Ev. Kirche zur Verfügung gestellt. Die Ordnungspolizisten halfen sogar beim platzsparenden Einparken. Probleme mit dem Ordnungsamt lassen sich vielfach vermeiden, wenn man vorher mit dem Amt in Kontakt tritt, um eine Lösung zu suchen.
(17.06.2009)
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