Wirtschaft

Solarstrom aus Mammolshain

Bürgersolaranlage auf den Dächern des Dorfgemeinschaftshauses und des Feuerwehrgerätehauses

Seit Ende letzten Jahres stehen das Dorfgemeinschaftshaus und das Feuerwehrgerätehaus Mammolshain ganz im Zeichen der erneuerbaren Energien. Auf den Dächern der beiden Gebäude befindet sich seit dieser Zeit ein Sonnenkraftwerk zur Erzeugung umweltfreundlichen Stroms, genauer gesagt: eine Photovoltaikanlage.



Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Stadt Königstein im Taunus die Dächer der beiden städtischen Gebäude zur Anmietung ausgeschrieben und die Bürgersolar Königstein GbR, ein Zusammenschluss von inzwischen sechs Bürgern, den Zuschlag erhalten. Die Installation der Anlage fand zu einem günstigen Zeitpunkt statt, fiel sie doch in die Sanierungsphase des Dorfgemeinschaftshauses. Eine Abstimmung im Rahmen der baulichen Maßnahmen wurde so erleichtert.

Die Photovoltaikmodule bedecken nun insgesamt eine Dachfläche von 160 m²; die Solaranlage besitzt eine Leistung von etwa 22 Kilowattpeak (kWp). Im ersten Vierteljahr produzierte sie rund 5500 kWh Strom, 20.000 kWh pro Jahr werden mindestens erwartet. Dies entspricht ungefähr dem jährlichen Stromverbrauch von fünf 3-Personen-Haushalten. Somit können jährlich ca. 13.000 Kilogramm des Treibhausgases Kohlendioxid eingespart werden.

Der in der Photovoltaikanlage erzeugte Strom wird zu 100 Prozent in das öffentliche Netz eingespeist. Nach dem Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien ist der Netzbetreiber - in Königstein ist dies die Süwag Energie AG – verpflichtet, den Strom aus erneuerbaren Energien abzunehmen und den Anlagenbetreibern für die Dauer von 20 Jahren eine garantierte Einspeisevergütung zu zahlen. Für Photovoltaikanlagen bis maximal 30 kWp, die dieses Jahr in Betrieb gehen, erhält der Betreiber 43,01 Cent/kWh, garantiert für die nächsten 20 Jahre.

Aber Achtung! Wer sich für den Bau einer Photovoltaikanlage interessiert, sollte wissen, dass sich die Einspeisevergütungen in den nächsten Jahren systematisch verringern. Nächstes Jahr wird die Einspeisevergütung um 8 %, 2011 um weitere 9 % reduziert.

Seit Dezember letzten Jahres ist die Stadt Königstein im Taunus Mitglied im Klimabündnis. Der Klimaschutz ist eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die Vorräte an fossilen Energien sind nicht nur begrenzt, ihr Einsatz ist mit dramatischen Umweltbelastungen verbundenen. Der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien kommt daher eine zentrale Bedeutung zu. Bereits knapp 10 % des gesamten Endenergieverbrauches und sogar fast 15 % des Bruttostromverbrauches in Deutschland wurden im Jahr 2008 durch die erneuerbaren Energien abgedeckt und das Potential vor allem für Solaranlagen ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Unzählige, momentan ungenutzte Dächer könnten für die umweltverträgliche Erzeugung von Strom und Erwärmung von Wasser genutzt werden. Mit ihrer Initiative möchte die Stadt Königstein im Taunus die Königsteiner Bürger anregen, ebenfalls im Umweltschutz aktiv zu werden und in die Energieerzeugung der Zukunft zu investieren.

Gerne würde die Stadt gemäß ihrem Grundsatzbeschluss von 2007 noch weitere städtische Dächer für Photovoltaikanlagen selbst nutzen oder zur Verfügung stellen. Der Großteil der städtischen Gebäude besitzt allerdings Flachdächer älteren Datums, die entweder nicht über die erforderlichen Ersatzlasten für Photovoltaikanlagen verfügen oder in absehbarer Zeit saniert werden müssen. Aber eins steht fest: Müssen städtische Dächer erneuert werden und sind diese grundsätzlich für die Nutzung von Solaranlagen geeignet, werden sie so saniert, dass Solaranlagen darauf installiert werden können.

Wer nähere Informationen zu der Bürgersolaranlage oder einen Kontakt zu den Betreibern der Anlage wünscht, kann sich gerne an die Umweltbeauftragte der Stadt Königstein im Taunus, Birte Sterf unter der Telefonnummer 202-224 wenden.



(26.05.2009)


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